
Bei offenem Feuer oder Explosionsfeuer gerät die Haut in intensiven Kontakt mit diesem Medium. Die Flamme trifft auf ungeschützte Hautpartien, die teilweise schwerste Defekte erleiden. Daher wird auch von direkter Verbrennung gesprochen. Thermische Gesichtsverletzungen resultieren überwiegend aus direkter Verbrennung.
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Abbildung 1: Direkte Verbrennung |
Unter indirekter Verbrennung versteht man die Berührung brennenden Materials mit der Haut. Die Kleidung überträgt dann die Hitze des Feuers. So geschehen bei Grillunfällen, wo Spirituszugabe als Brandbeschleuniger eine starke Stichflamme erzeugt, die leicht Hemd oder Hose eines Zuschauers in Brand setzt, und so zu einer indirekten, schweren Verbrennung führen kann.
Eine der häufigsten thermischen Verletzungen stellt die Verbrühung dar. Hierbei handelt es sich um eine Gewebsschädigung durch Einwirkung von Dämpfen und/oder Flüssigkeiten. Gerade bei Kleinkindern kommt es immer wieder zu Unfällen mit kochendem Wasser oder heißen Getränken, die sich über Gesicht, Thorax, Beine und Arme ergießen. Häufig ist ein Transport in ein Zentrum für Schwerstbrandverletzte als lebensrettende Maßnahme unumgänglich (Abb. 2).
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Abbildung 2: Verbrühung |
Neugierde und Wissensdurst bringt kleine Kinder immer wieder in Bedrängnis. So übt eine heiße Herdplatte magische Anziehungskraft aus. Wenn der Finger oder vielleicht die ganze Hand auf die Platte wandert, dann kommt es sehr schnell zur schmerzhaften Blasenbildung. Bei längerer Berührung können schnell auch tiefere Hautschichten in Mitleidenschaft gezogen werden. Diese sogenannten Kontaktverbrennungen durch das Anrühren fester Körper umfassen einen großen Teil der Verbrennungsunfälle in Deutschland.
Unter einer chemischen Verbrennung versteht man einen Hautkontakt mit Laugen oder Säuren, der zu einer ausgeprägten Verätzung führt. Da sich die chemischen Reaktionen im Körper lange fortsetzen können, ergeben sich häufig tiefe Wunden. Sie gehen mit starken Schmerzen für den Patienten einher und heilen nur sehr langsam und schlecht ab (Abb.4). Aus der wichtigen Differenzierung zwischen Säure und Lauge lässt sich die richtige Gegenmaßnahme zur Neutralisierung ergreifen. Wunden aus Laugenverätzungen zeigen meist einen schmierigen Belag nach Aufquellung und Verflüssigung des Gewebes. Durch Denaturierung der Hautschichten bildet sich dem gegenüber bei einer Säureverätzung ein fester Schorf von unterschiedlicher Farbe. Höhergradige Verätzungen bedingen teilweise eine Nekrosenexzision.
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Abbildung 3: Schwefelsäureverletzung unter Schutzhandschuhen |
Die elektrische Verbrennung bezeichnet einen Stromunfall, der sich je nach
Spannungs- und Stromstärke in verschiedene Gruppen einteilen lässt.
Die meisten Unfälle ereignen sich unter Niederspannung im Haushalt bei 220 Volt Wechselstrom (Abb. 5). Charakteristisch hinterlässt der Stromfluss im Ein- und Austritt am Körper Strommarken (kleine Verbrennungen). Der Strom kann neben thermischen Schäden auch organische Funktionsstörungen bis zum Herzstillstand hervorrufen. Beim Hochspannungsunfall und Blitzschlag kommt es zu schweren, drittgradigen Verbrennungen selbst bei ganz kurzer Einwirkung. Blitzschlag entwickelt außerdem eine große Druckwelle, die schwerwiegende Begleitverletzungen folgen lässt.
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Abbildung 4: Elektrische Verbrennung |
In Ergänzung der Stromunfälle spricht man im Gesundheitswesen auch von Strahlenschäden, die durch Therapien im karzinogenen Bereich entstehen können. Im gravierendsten Fall ziehen diese Strahlungen maligne Hauttumore nach sich. Toxische Verbrennungen haben den geringsten Anteil am Gesamtvolumen, daher soll an dieser Stelle auch nicht intensiver darauf eingegangen werden. Als Resultat einer solchen Verbrennung kann das sogenannte Lyell-Syndrom entstehen.
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